Kunst schaffen - Klima schützen
Wege zu mehr Nachhaltigkeit

DIREKT ZU...:



























UMWELTFREUNDLICH MALEN UND DRUCKEN - WIE GEHT DAS?

Hier finden Sie eine Reihe von Tipps und Tricks für mehr Umwelt- und Klimaschutz in Ihrem Atelier oder Ihrer Druckwerkstatt: Mit diesen simplen, aber effektiven Maßnahmen können Sie Ihren CO2-Fußabdruck minimieren und weniger "Ateliermüll" produzieren.

Gerne dürfen Sie diese Informationen auch teilen, weitergeben und hierher verlinken.
Wenn Sie zusätzliche Tipps, praktische Ideen und Anmerkungen haben, freue ich mich
auf eine Nachricht unter jreich(at)freenet.de und nehme sie hier gerne auf!



ENERGIE
Ökostrom beziehen - oder endlich auf Ökostrom umsteigen!
Eventuell ein Solarladegerät benutzen (für Handys, Kleingeräte etc.).
Strom sparen:
- Licht nach Verlassen des Raums konsequent ausschalten;
- ausgediente Glühbirnen durch Energiesparlampen / LED ersetzen;
- nicht benötigte Geräte nur bei Bedarf einschalten
  (z.B. PC, Drucker, Wärmeplatten, elektrische Druckpressen, Untertischboiler)
- bei Neuanschaffungen auf den Stromverbrauch achten;
- Maschinen nach Gebrauch und bei Abwesenheit ausschalten;
- Standby vermeiden;
- Steckdosenleisten mit Master-Schalter benutzen
Heizung & Warmwasser:
- auf regenerative Energieträger umrüsten,
- keinesfalls mit fossilen Brennstoffe wie Heizöl, Kohle, Erdgas heizen,
- nicht auf Greenwashing hereinfallen,
- kürzer und kälter duschen, nicht mehr baden,
- kurz stoßlüften statt Fenster stundenlang gekippt lassen,
- bei Abwesenheit Heizungs-Thermostat herunterdrehen oder ganz ausschalten,
- zugige Fenster und Türen abdichten,
- einen dicken Pullover anziehen.

VERKEHR UND TRANSPORT
z.B. zu Messen / Ausstellungen / Terminen:
- Auto stehenlassen
- statt dessen möglichst viel zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren
- ÖPNV benutzen
(Zug, Bus, Tram, U-Bahn, S-Bahn)
Wenn's nicht ohne Auto geht:
- Gebrauchtwagen statt Neukauf,
- Carsharing, Fahrgemeinschaften bilden und Mitfahrer vermitteln,
- Kunden und Besucher von Ausstellungen dazu animieren, mit dem ÖPNV zu kommen,
- bei Großveranstaltungen Shuttles / Abholung vom Bahnhof anbieten,
- Transporte bündeln (z.B. zu Gruppenausstellungen, Messen)
Und sonst noch:
- Einladungen zu Veranstaltungen (Flyer, Plakate, Website, Mailing etc.) mit einem Hinweis versehen, wie sie mit ÖPNV erreichbar sind.
- Lange Wege vermeiden, kurze Wege bevorzugen.
- Öfter lokal und regional ausstellen, sich vernetzen.
- Telefon- oder Videokonferenzen statt Meetings. Apropos:

ONLINE-MÖGLICHKEITEN NUTZEN
So lassen sich unötige Wege vermeiden (Infektionen übrigens auch) und Sie sind weltweit sichtbar:
Streamen Sie Ihre Vernissage! Oder Ihren Fachvortrag, eine Druckvorführung, die neueste Performance oder ein Künstlergespräch... Dazu funktionieren alle möglichen Plattformen, z.B. Zoom, Google Meet, MS Teams, Skype, WebEx, Facetime (je nach Bedarf). Es lohnt sich, für bessere Bild- und Tonqualität in eine brauchbare Webcam und evtl. ein Mikrofon zu investieren.)
- Sie können auch Ihre Ausstellung online präsentieren.
- Halten Sie Kataloge, Filme, Fotos oder Informationsmaterial zum Download bereit.
- Kaufen Sie ein Fairphone statt Smartphone!


VERNISSAGEN, AUSSTELLUNGEN, VERANSTALTUNGEN
Bei Veranstaltungen fällt regelmäßig Müll an. Das ist vermeidbar:
- Kein Einwegmaterial wie Einweggeschirr/-besteck, Pappbecher etc. benutzen,
- bei größeren Veranstaltungen die Leihservices ("Geschirrmobil") der Kommunen nutzen,
- Getränke nur in Mehrweg-/Pfandflaschen besorgen,
- fürs Catering nach Möglichkeit bio / regional einkaufen
- Tischdecken, Servietten, Handtücher aus Stoff (waschbar und wiederverwendbar) benutzen, statt aus Papier,
- anfallenden Müll korrekt und gründlich trennen (Biomüll, Papier, gelber Sack, Altglas, Restmüll, etc. - siehe unten)

ZWISCHENNUTZUNG
Durch Zwischennutzung können leerstehende Räumlichkeiten sinnvoll genutzt werden: Eigentum verpflichtet, und es liegt im Interesse aller, die Ressource Fläche vernünftig und nachhaltig zu nutzen, und auch der geistigen Ressource Kreativität Raum zu geben. Das hat für alle Seiten Vorteile:
- brachliegende Ortszentren werden wiederbelebt,
- belebte Räume wirken ansprechender und lassen sich besser vermarkten,
- Ausstellungen und Veranstaltungen steigern den Bekanntheitsgrad der Location/Immobilie und der Künstler,
- möglichst lückenlose Nutzung hilft, Schäden durch Vandalismus, Schimmel wegen mangelhafter Belüftung, Legionellen in stagnierenden Trinkwasserleitungen etc. zu vermeiden,
- Künstler profitieren durch geringere Kosten (meist nur die Neben-/Betriebskosten, also weniger als die marktübliche Miete),
- Vermieter/Immobilienbetreiber können ihr Image verbesssern, indem sie kulturelle Zwecke fördern,
- Zwischennutzung ermöglicht eine passgenauere Vernetzung von Angebot und Nachfrage,
- und Zwischennutzung leistet einen Beitrag zu Flächenrecycling statt weiter fortschreitender Zersiedelung.

IHR CO2-FUSSABDRUCK
Kompensieren Sie den CO2-Ausstoß Ihrer Aktivitäten, z.B. bei Atmosfair.
Solche Spenden sind auch steuerlich absetzbar!
Bei Post & Einladungen: beim Versand auf CO2-Neutralität achten, z.B. mit "go green"

ANSCHAFFUNGEN: BRAUCHEN SIE DAS WIRKLICH?
Bevor Sie Geld für neues Material oder Geräte ausgeben, die unter Aufwendung von Energie und Ressourcen hergestellt und transportiert werden müssen, sollte die erste Frage vor jeder Neuanschaffung lauten:
Brauche ich das wirklich? Geht's auch anders - oder ganz ohne?

VERBRAUCH UND VERSCHWENDUNG
- Nichts verkommen lassen: Erst vorhandenes altes Material komplett verbrauchen,
bevor die Farben eintrocknen, die Linolplatten hart werden, oder das Papier vergilbt.
- Die noch brauchbaren Rückseiten von Papierbögen, Fehldrucken, Folien, Kartons, Kupferplatten, Holz-Druckstöcken etc. verwenden.
- Bei "Atelier-Fails": Wenn Bilder, Objekte oder Plastiken mal missraten sind, könnten Sie versuchen, Materialien wie Metall, Ton, Wachs zu recyceln, oder die Leinwand umarbeiten / übermalen / neu grundieren, mindestens den Keilrahmen retten und neu bespannen, und Fehldrucke zu Collagen o.ä. verarbeiten...
- Muss das Material immer neu sein, oder kann man dafür etwas wiederverwenden?
- Muss es immer das ganz große Format sein? Eine kathedralengroße Installation?
Soll die Auflage 50 betragen, oder genügen auch 25 Exemplare?

AUSLEIHEN, TEILEN, TAUSCHEN
Von Bohrmaschinen, Akkuschrauber und Werkzeug, über Wechselrahmen, bis hin zu Druckpressen, Brennöfen, Lieferwägen:
- mit Kollegen teilen, tauschen, gemeinsam benutzen,
- eine lokale Tauschbörse starten oder nutzen,
- Aushang am Schwarzen Brett in Ateliergemeinschaften, Kunstakademie, Kunstverein, Fachgeschäft...

SECONDHAND
Kleine und große Möbel wie Regale, Tische, Stühle, Rollwägen, Sackkarren, Papierschränke etc. bekommt man günstig, manchmal sogar kostenlos:
- aus Firmenauflösungen,
- auf dem Wertstoffhof (z.B. Sperrmüll / Altholz),
- auf Flohmärkten,
- im Caritas-Kaufhaus / Trödelladen (div. Nützliches und Geschirr),
- bei Haushaltsauflösungen.
Spezielle Utensilien wie Druckpressen, Walzen, Ätzwannen, Staffeleien etc. sind oft günstig gebraucht erhältlich:
- von Kollegen,
- aus Nachlässen von Kollegen,
- über Schwarze Bretter in Kunstverein / Atelierhaus / Museum / VHS,
- auf ebay,
- in den Annoncen von Fachpublikationen…

WARTUNG UND REPARATUREN
Sämtliche Geräte in Werkstatt und Atelier sollten regelmäßig inspiziert und gewartet werden. Das dient der Betriebssicherheit (v.a. bei Elektrogeräten) und spart Kosten.
Weiter sollte man zunächst versuchen, alles zu reparieren, was irgendwie möglich ist.
Reparaturinitiativen und Repaircafés findet man hier.
Dabei lernt man nicht nur eine Menge, sondern spart auch Ressourcen und Geld.
Ein Buchtipp: Wolfgang M. Heckl - Die Kultur der Reparatur, München: Hanser 2013, z.B. gebraucht bei ZVAB
PS - ein Stückchen Gaffertape wirkt oft Wunder! :)

QUALITÄT LOHNT SICH
Wenn der Neukauf tatsächlich unvermeidbar ist, lohnt es sich durchaus, umweltfreundlichere und möglichst nachhaltige Varianten zu recherchieren.
Bei der Anschaffung, v.a. von Geräten, sollten Sie auf folgende Kriterien achten:
- Ressourcen- und energiesparende Herstellung,
- Verwendung z.B. von Holz statt Plastik,
- Verwendung von recyceltem Material (Altpapier statt neuem Papier, etc.)
- Einhaltung von Umwelt- / Sozialstandards in Produktion und Lieferkette.
- Leichte Bedienbarkeit,
- Robustheit, Strapazierfähigkeit, Langlebigkeit,
- Ersatzteilverfügbarkeit
- und dass sich die Dinge überhaupt reparieren lassen!

DREI BEISPIELE FÜR LOHNENDE QUALITÄT
An guten Wechselrahmen hat man jahrzehntelang Freude. Meine Rahmen halten seit mittlerweile über 20 Jahren, sind auch dank der mitgelieferten Transportverpackung praktisch unverwüstlich und sehr einfach zu handhaben. Die etwas höheren Anschaffungskosten im Vergleich zu Billigrahmen haben sich mehr als gelohnt.
Bei der Bildaufhängung ermöglichen professionelle Galerieschienen, robuste Schnüre und gute Haken stets neue Präsentationsformen an verschiedenen Orten. Sie lassen sich immer wieder neu kombinieren und bei Bedarf erweitern. Plus: Keine Mühsal mit Hammer und Nägeln, mit Bohrer, Dübeln, und Schrauben, keine Krater in den Wänden, Spachtelmasse und Dreck…
Für Pinsel und analog auch für anderes Material gilt: Gute Pinsel erleichtern das Malen ungemein und halten bei richtiger Pflege viele Jahre lang. Also lieber gezielt in wenige, aber hochwertige Materialien investieren und alles gut pflegen, als Geld für billigen Schrott auszugeben, der von Anfang an Ärger macht und nicht lange hält.

MATERIALPFLEGE
Sorgsamer Umgang mit Material lohnt sich immer - es hält länger, man verbraucht weniger und spart somit bares Geld, Ressourcen und Nerven.
Pinsel immer umgehend nach Gebrauch gründlich und schonend reinigen, vorsichtig in Form bringen, in einem Glas stehend mit der Spitze nach oben (!!!) oder an der Leine hängend trocknen. Stark strapazierte Pinsel sind trotzdem noch nützlich - beim Kleinkindermalen, zum Auftragen von Abdecklack, beim Ätzen von Druckplatten etc.

LAGERUNG
Gute Lagerung spart bares Geld - schützen Sie Ihr Material und Ihre Geräte vor starker Sonneneinstrahlung, Hitze, Frost, Feuchtigkeit, Insektenfraß etc.
- Flüssigkeiten immer gut verschlossen aufbewahren.
- Farbtuben und sonstige Behälter mit dem Öffnungsdatum beschriften; das hilft zu erkennen, was als erstes verbraucht werden muss oder zu verderben droht.
- Festsitzende Deckel, z.B. bei Ölfarben, eine Zeitlang in heißem Wasser einweichen, so dass sie sich lösen, oder die Tube kurz auf die Wärmeplatte legen. Notfalls hilft eine Zange oder ein Nussknacker.
- Undichte Behälter mit Gaffertape abdichten, notfalls in kleine Marmeladengläschen umfüllen und beschriften.
- Eitempera hält sich im Kühlschrank, und mit ein wenig Nelkenöl versetzt, wesentlich länger.
- Papier gut lagern: staubfrei, plan liegend, lichtgeschützt, trocken, geschützt vor Knicken, Wellen, Wasserschäden und Vergilben.
- Beschädigtes Papier retten: lediglich an den Rändern knapp beschneiden (Resteverwendung s.u.), und den noch brauchbaren Teil verwenden; vergilbte Bögen mit einer anderen Farbe grundieren; dem Kindergarten oder der Schule stiften; etc.
- Verschnitt z.B. als Notizzettel, Lesezeichen, Grußkarten, Hinweisschilder nutzen.
- Makulatur und Fehldrucke kann man erneut überdrucken, für Collagen, als Postkarte etc. verwenden.
- Verschnitt / Reste von Aquarell-/Büttenpapier für Farbproben / Farbmuster oder zum Ausprobieren verwenden.

NACHHALTIG DRUCKEN (COMPUTER-DRUCKER):
- Drucker ausschalten, wenn nicht in Betrieb.
- Recycelte / Refill-Tonerkartuschen verwenden,
- Tonerkartuschen ins Recycling geben.
- Auf Altpapier/Recyclingpapier drucken.
- Auf die Rückseiten von bereits benutzten Seiten drucken.
- Papiermenge reduzieren: Vor dem Drucken Bilder entfernen, Schriftgrößen verkleinern, 2 Seiten auf ein Blatt drucken, beidseitig drucken. Papier überhaupt sparsam verwenden. Texte und Bilder nur wenn nötig ausdrucken.
- Schwarzweiß statt Farbdruck ist billiger und umweltfreundlicher.
- Einseitig beschriftete / bedruckte A4-Bögen aufheben und als Einkaufszettel, Schmierpapier oder Notizzettel verwenden.

VERBRAUCH REDUZIEREN
- Alle Materialien sparsam benutzen (Papier, Farben, Lösungsmittel, Putzmittel, Wasser, etc.)!
- Materialien verwenden, bis sie restlos und irreparabel kaputt sind.
- Materialien erst entsorgen, wenn sie unbenutzbar, völlig entleert, oder irreparabel defekt sind.
- Stofflappen etc., solange sie nur gering verschmutzt sind, weiterverwenden.
- Es gibt auch Services für Druckereien, die wiederverwendbare Stofflappen abholen, waschen, liefern.

IN STUFEN REINIGEN
Wischgaze für Radierplatten: beim Auswischen der Platten mit einem noch brauchbaren, benutzten Stück Gaze derselben Farbe beginnen, dann sukzessive auf sauberere Gazestückchen umsteigen.
Bei Lösungsmitteln wie Terpentin analog verfahren: 3 Schraubdeckelgläser mit Lösungsmittel befüllen; den stark verschmutzten Pinsel im 1. Schraubdeckelglas grob anlösen, im 2. Glas gründlicher auswaschen, und im 3. Glas die Endreinigung vornehmen. Danach mit Kernseife o.ä. auswaschen und trocknen lassen. Mit allen weiteren Pinseln ebenso verfahren. Die 3 Gläser gut verschlossen aufheben, für die nächste Gelegenheit. Nach einiger Zeit setzt sich unten das Pigment ab, dann lässt sich das Lösungsmittel sogar nochmals vorsichtig in ein frisches Glas umfüllen; den Behälter mit "Farbschlamm" gut verschließen und im Giftmobil entsorgen.



KREATIVE ZWECKENTFREMDUNG
So ziemlich alles aus dem Haushalt lässt sich zweckentfremden
und für Werkstatt oder Atelier benutzen...

WARNUNG: Lebensmittelbehälter und Getränkeflaschen keinesfalls für giftige Stoffe
wie Reinigungs- / Lösungmittel etc. verwenden! Alle solchen Behälter
unübersehbar und eindeutig beschriften (inkl. Warnzeichen)!


Altpapier:
- Telefonbücher & samtig-weiches Papier (Romane!), zum Platten-Auswischen
- Zeitungen zum Abdecken, Drucken, oder geknüllt als Polstermaterial
Aufbewahrung GROSS:
- Umzugskartons
- Pappschachteln/-kartons
- stapelbare Obst-/Bananenkisten
- hölzerne Weinkisten
Aufbewahrung KLEIN:
- Keksbüchsen, Marmeladengläser, Joghurtbecher, Eiscremeboxen,
- Cremedosen, Zigarrenkistchen, Schuhschachteln,
- PET-Flaschen, Flaschen mit Schraub-/Ploppverschluss, Apothekenfläschchen
- ausgediente Tupperware, Plastikbehälter mit Deckel,...
Kanister von "Aqua dest." sind gut geeignet, um Flüssigkeiten fürs Giftmobil zu sammeln.
Kleidung und alte Schuhe dienen in der Werkstatt als Schutzkleidung.
Küchenutensilien lassen sich meist gut weiterverwenden:
- Brettchen und Tabletts
- Töpfe, Eimer, Wannen und Plastikschüsseln
- Pfannenwender, Kochlöffel, Messer, Essstäbchen
- Trichter und Siebe
- angeschlagenes Geschirr für Atelierfeste
- Essstäbchen / Holzspatel, um Farben umzurühren, zu modellieren oder Tuben auszukratzen.
Paletten aus Käse- und Wurstverpackungen vom Supermarkt: abspülen, dann als Einwegpalette verwenden.
Pullover oder Schals taugen gut zum Auswischen von Druckplatten.
Sprühflaschen, Spülmittel-/Duschgel-/Shampooflaschen aufheben, ausspülen und wiederverwenden.
Stoffreste lasen sich umarbeiten zu Stiftrollen, Taschen, Mäppchen, Putzlappen etc.
Trichter kann man aus den abgeschnittenen oberen Enden von Plastikflaschen herstellen.
Transport: Kartons aus dem Supermarkt kosten nichts und leisten gute Dienste; stapelbar und robust sind z.B. die meisten Obst- und Bananenkisten.
Verpackungs- und Versandmaterial kann man mehrmals wiederverwenden, z.B.
- Füllmaterial
- Blisterfolien
- Blisterkuverts, kartonierte Buchversandtaschen
- Papprollen
- Pappkartons.
Wertstoffhof nach Nützlichem absuchen, z.B.
- funktionerende Kleingeräte und Lampen,
- Geschirr,
- Kleinmöbel, Regale, Tischchen, Sessel, Bürostühle,
- Tischplatten, Weinkisten (stilvoll und robust), Holz für Druckstöcke aus dem Altholzcontainer

PHASE-OUT / UMSTIEG
Nach dem Verbrauch des alten Materials ist es Zeit für den "Phase-out". Farben, Säuren und Lösungsmittel sind meist das Giftigste in Atelier und Werkstatt. Hier einige Beispiele für den Umstieg auf nachhaltigere Möglichkeiten:
Druck von Flyern, Plakaten, Visitenkarten, Katalogen etc.: bei der Auswahl der Druckerei auf einen umweltfreundlichen Anbieter achten (Verwendung von FSC-zertifiziertem oder Altpapier, sowie von ungiftigen Farben, mit EMAS-Zertifikat und nach Umweltstandard ISO 14001).
Druckplatten reinigen mit einer Mischung aus 2/3 Pflanzenöl, 1/3 Wasser und einem Schuss Geschirrspülmittel; Aufbewahrung z.B. in einer ausgedienten Shampoo- oder Duschgel-Flasche.
Farben: Hier lohnt sich evtl. der Umstieg auf möglichst ungiftige Pigmente ohne Schwermetalle, auf (selbst angerührte?) Eitempera und Ölfarbe - statt Acryl und Lack.
Es gibt auch Bio-Druckfarben auf Basis nachwachsender Rohstoffe, die ohne Mineralöl hergestellt werden.
Druckstöcke für Hochdruck: Altholz, PVC-Reste, dicker Karton lassen sich gut bearbeiten.
Handreinigung:
- Feste Seifenstücke leisten gute Dienste und machen keinen Müll.
- Nachfüllbare Seifenspender mit selbst hergestellter Flüssigseife oder aus möglichst großen Nachfüllpacks auffüllen, um Plastikmüll zu vermeiden.
- Für die intensive Handreinigung hilft eine selbst hergestellte flüssige Mischung aus Spülmittel mit etwas Pflanzenöl.
- Frische Farb- oder Schmierölflecken lassen sich mit etwas Pflanzenöl oder Creme und einem weichen Tuch von der Haut reiben.
Keilrahmen/-leisten: besser ohne Tropenholz - nur Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern verwenden.
Küchenkrepp, Toilettenpapier und Taschentücher gibt es aus Altpapier, dafür müssen dann keine Bäume gefällt werden.
Lösungsmittel: Verzichten Sie möglichst auf Nitroverdünnung und Pinselenthärter; statt dessen genügen Terpentin und Kernseife, wenn man die Pinsel immer gleich nach Gebrauch gut reinigt (siehe oben).
Reinigungsmittel: Alle benötigten Putzmittel wie Glasreiniger, Haushaltsreiniger etc. kann man ohne harte Chemie selber mixen
und in entleerte, ausgespülte Behälter und Sprühflaschen abfüllen.
Tipps zur Herstellung z.B hier und hier.
Sandpapierprägungen: Mit Sandpapier kann man einen Aquatinta-ähnlichen Effekt erzielen, das funktioniert auch auf nichtmetallischen Flächen (z.B. Kunststoff, Verbundkarton), und zwar ganz ohne Chemie (Säure, Spiritus, etc.).
Stoffhandtücher sind quasi unendlich oft waschbar und wenn völlig abgenutzt, immer noch als Putzlappen verwendbar).
Tiefdruckplatten: Statt Kupferplatten (Rohstoffgewinnung, Gewässerschutz!) "drucken" z.B. auch die Innenseiten von Tetrapak-Tüten (Milch, Saft) oder Kunststoffplatten.
Wattestäbchen mit Papierschaft (statt Plastikschaft) verwenden.

MIKROPLASTIK
Herkömmliche abrasive Handreinigungsmittel und leider auch viele Putzmittel aus Drogerie und Supermarkt enthalten dieses umweltschädliche Material als Peelingkörper. Die Plastikpartikel gelangen dann über das Abwasser via Klärschlamm auf Felder und in Gewässer. Dort haben sie katastrophale Auswirkungen. Dabei gibt es wirkungsvolle und umweltschonende Alternativen:
- Für die Hände genügt Sägemehl (vom Schreiner) oder getrockneter Kaffeesatz,
- für Flächen nimmt man Kreide- / Steinmehl, oder Sand.
Struktur- und Glitzerpasten sowie Patina für Acrylmalerei etc. sind zwar im Trend, aber eben auch aus Mikroplastik und / oder giftigen Chemikalien. Also Finger weg! Ein gutes Bild wird hat weder Mikroplastik noch Patina nötig.
Mikroplastik gehört schleunigst verboten!




ENTSORGUNG
Überlegen Sie bitte vorher, was schlussendlich aus einem Kunstwerk wird, ob Bild oder Installation: Schon ein herkömmliches Acrylgemälde ist eigentlich Sondermüll, nämlich ein nicht recycelbarer Mix aus Holzleisten, metallenen Klammern und Nägeln, grundierter Leinwand, Öl-/Acrylfarbe, diversen Pasten und Hilfsmitteln, oft auch Mikroplastik (Glitzer) und giftigen Chemikalien (Patina, Metalloxide, etc.).
Meiden Sie Verbundstoffe, z.B. Papier + Kunststoff (Verpackungen wie z.B. Tetrapak) oder Metall + Kunststoff (in Geräten, Kabeln, Rohren!). Verbundstoffe sind oft miteinander verklebt oder verschmolzen und lassen sich kaum oder gar nicht trennen, geschweige denn recyceln. Sie werden deshalb entweder deponiert, exportiert oder verbrannt.
Bitte achten Sie auf eine gründliche Mülltrennung nach allen Stoffen, die sich irgendwie recyceln lassen:
- Papier/Kartonagen
- Glas
- Metall (Dosen, Alu...)
- Biomüll / Kompost (Kompsthaufen im eigenen Garten anlegen!)
- Kunststoffe
- Holz
- Kork
- Textilien und Schuhe(sofern sie nicht weiter von Ihnen verwertet werden - siehe oben)
- Restmüll
Wertstoffhöfe nehmen alles andere, wie z.B. Altholz, Keramik/Bauschutt, Chemikalien, Asbest, Tonerkartuschen, Elektrogeräte, Kühlschränke, Kabel, Akkus und Batterien, Leuchten / LED, Sperrmüll, etc. (Infos im Rathaus oder bei Ihrem kommunalen Abfallwirtschaftsbetrieb).



SONDERMÜLL GEHÖRT INS INS GIFTMOBIL!
Giftige Materialien gehören keinesfalls in den Ausguss oder Restmüll!
- Giftige Dinge separat und gut verschlossen aufbewahren!
- Flüssiges bitte nicht mixen oder zusammenschütten, das könnte gefährliche chemische Reaktionen geben.
- Flüssigkeiten zusätzlich in eine Wanne stellen, falls das Behältnis leckt.
Farbreste, Lacke, Sprays, Lösungsmittel, Säure vom Ätzen, sowie sonstige obskure Restchen beim Giftmobil abgeben; die Giftmobil-Termine stehen im Internet (Webseiten der Kommunen).

NACHLÄSSE
Wohin mit dem künstlerischen Nachlass? Hierüber informiert z.B. der Noch brauchbares Material können Sie an Dritte weitergeben:
- Informieren Sie z.B. Kollegen mit der Bitte um Weiterverteilung an ihr Netzwerk
- informieren Sie örtliche Kunstvereine (Weiterleitung an Mitglieder)
- machen Sie Aushänge an Anschlagtafeln / Schwarzen Brettern (in Akademien, VHS, Kulturzentren, Kunstvereine, Museen, etc.)
- schalten Sie Kleinanzeigen in Kunstmagazinen und lokalen Medien.
- Spenden Sie Papier, Scheren, Kleber, Bastelmaterial und ungiftige Farben an Kindergarten und Schulen.
- Litho-/Tiefdruckpressen finden oft noch Verwendung z.B. an Schulen, Volkshochschulen, Museen, oder in Atelierhäusern.


EXTREMWETTER, KLIMARESILIENZ
Durch die fortschreitende Klimakrise ist mit häufigeren
Extremwetterereignissen zu rechnen: Hitzewellen, Sturzregen, Überflutungen,
Waldbrände, Extremschnee etc.
Deswegen sollten Sie Ihr Atelier möglichst klimaresilient anlegen:
- Denken Sie an Sonnenschutz gegen große Hitze. Nutzen Sie die Nachtauskühlung mittels Querlüftung.
- Verfolgen Sie den Wetterbericht und die Unwetterwarnungen.
- Rechnen Sie mit Hochwasser, achten Sie auf sichere Lagerung (Keller!), ggf. Sachen auf Holzpaletten stellen, wasserdicht verpacken.
- Überlegen Sie, wo das Wasser herkommen könnte (z.B. Hochwasser, Sturzregen, anhaltender Starkregen, Abwasser von unten aus der Kanalisation...).
- In überfluteten Kellern besteht Stromschlaggefahr. Vorrangig Menschenleben retten, nicht irgendwelche Sachen.
- Sie werden im Fall eines Wasserschadens mindestens eine (Tauch-)Pumpe, Schaufeln, Gummistiefel, ausreichend lange Verlängerungskabel und Schläuche benötigen, später Trocknungsgeräte.
- Was passiert, wenn der Strom ausfällt? (Hebeanlage fällt aus, Aufzug geht nicht, keine Beleuchtung mehr...)
- Halten Dach, Fenster, Dachfenster großen Schneelasten, tennisball-großen Hagelkörnern oder Orkanböen stand?
- Besteht in Ihrer Gegend Waldbrandgefahr?
- Haben Sie Rauchmelder und Feuerlöscher?
- Überlegen Sie, was Sie im Notfall aus Ihrem Atelier retten wollen und wie Sie das wohin transportieren können.
- Fotografieren und dokumentieren Sie Ihre Werke etc..
- Sichern Sie Ihre Daten regelmäßig und bewahren Sie diese räumlich getrennt vom Computer auf.
- Wer hilft Ihnen im Notfall?
- Schließen Sie eine Elementarschädenversicherung ab.

ARBEITSSCHUTZ
Last but not least: Bitte achten Sie auch auf Ihre Sicherheit und Gesundheit:
- Feuerlöscher bereit halten
- Schutzbrillen und Atemmasken verwenden
- Sicherheitsschuhe, Schutzkleidung, Handschuhe verwenden
- für gute Belüftung sorgen
- Pausen machen

DANK
Ich danke für viele nützliche Hinweise und Anregungen:
Carsten Borck, Michael Dillmann, Rose Fiedler, Veronika Flesch,
Wolfgang M. Heckl, Karl Imhof, Bernhard Nimbach, Bernd Zimmer u.v.a.