ALFRED LEITHÄUSER
Recherchen zu Leben und Werk






Alfred Leithäuser:
Kaktus, 1936
Privatbesitz
Werkverzeichnis Alfred Leithäuser

Der Künstler Alfred Leithäuser (1898 Barmen - 1979 Starnberg) ist heute leider
weitgehend unbekannt: Die letzte ihm gewidmete Einzelausstellung richtete
anlässlich seines 100. Geburtstages das Wuppertaler Von der Heydt-Museum aus.
Außer zwei kleinen Monographien von Nemitz 1948 und Pogt / Fehlemann 1999
gibt es kaum substanzielle Literatur zu Leithäuser, seinem Leben und Werk.

Leithäusers Gemälde befinden sich großenteils in Privatbesitz, aber auch in Museen
(Städtische Galerie im Lenbachhaus München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen /
Pinakothek der Moderne München, Von der Heydt-Museum Wuppertal, Städtische
Galerie Rosenheim u.a.). Sein umfangreicher künstlerischer Nachlass liegt im Archiv
der Gemeinde Gauting, die anlässlich seines 125. Geburtstags eine Ausstellung vorbereitet.

Ich forsche seit Längerem zu Leben und Werk von Alfred Leithäuser,
erstelle derzeit ein Werkverzeichnis seiner Arbeiten (Gemälde, Arbeiten
auf Papier, Druckgraphik) und kooperiere mit dem Archiv der Gemeinde
Gauting sowie privaten Sammlern bei der Erschließung seines Nachlasses
und der Vorbereitung der Ausstellung.


Sollten Sie Werke von Alfred Leithäuser, aber auch Autographen, Fotografien
oder sonstige Dokumente und Quellen besitzen, oder davon wissen, oder Kontakte
zu anderen Sammler:innen vermitteln können, so würde ich mich sehr freuen,
von Ihnen zu hören.


Kontakt:
Julia Reich, eMail: jreich(at)freenet.de
Postanschrift:
Julia Reich / Werkstatt für Druckgraphik, Gollierstr. 70, 80339 München


Alfred Leithäuser: Biographie

Leithäuser wurde 1898 in Barmen (Wuppertal) geboren, arbeitete nach einer Verletzung
im Ersten Weltkrieg bei der Reichsbahn, und studierte nach dem Krieg zunächst bei
Gustav Wiethüchter, dann 1923/24 an der Hans-Hofmann-Schule in München,
und 1924-26 bei André Lhote, Jean Metzinger und Per Krohg in Paris.

Zu Beginn seiner Pariser Zeit war Leithäuser noch stark von Cézanne beeinflusst,
nahm aber auch Anregungen des Kubismus und des Rheinischen Expressionismus auf.
1926-27 hielt Leithäuser sich länger auf Mallorca auf und reiste u.a. nach
Nordafrika, Italien und Spanien. Ab den späten 1920er Jahren lebte er in
München-Schwabing, näherte sich stilistisch der Neuen Sachlichkeit und dem
Magischen Realismus an und stellte mit den "Unabhängigen" im Glaspalast sowie
in namhaften Galerien wie Ey (Düsseldorf), Barchfeld (Leipzig), bei Caspari,
Schäfer und Heinemann (München) aus. Zwei seiner Bilder wurden beim
Glaspalastbrand 1931 zerstört.

Nach seiner letzten Einzelausstellung bei Heinemann 1933 beteiligte Leithäuser
sich in den 1930/40er Jahren an zahlreichen Ausstellungen, konnte aber an
seine Erfolge vor 1933 zunächst nicht mehr anknüpfen. Zwei seiner Werke wurden 1937 aus
Museen als "entartet" entfernt bzw. zerstört. Dennoch wurde Leithäuser 1935
Mitglied der "Münchener Künstlergenossenschaft" und 1938 auch der Reichskammer der
Bildenden Künste; er bewarb sich zweimal erfolglos um Teilnahme an den "Großen
Deutschen Kunstausstellungen". In dieser Zeit reduzierte er seine thematische
und stilistische Bandbreite auf eher konventionelle, unverfängliche Themen wie
Landschaften, Dorfansichten und Stillleben.

Leithäuser zog 1939 nach Altenbeuern und arbeitete in den letzten Kriegsjahren
wieder als Fahrdienstleiter am Bahnhof Raubling. Während dieser Jahre pflegte er
weiter seine Kontakte zu Kolleg:innen in München und im Rheinland.

1946 zeigte er auf dem der Gräfin Degenfeld gehörenden Gut Hinterhör seine
Arbeiten in einer Einzelausstellung, wurde Mitglied der neugegründeten "Neuen
Münchner Künstlergenossenschaft" (NMKG) und nahm ab 1949 alljährlich bis 1972
an den "Großen Münchner Kunstausstellungen" im Haus der Kunst teil (mehrmals
auch als Jurymitglied). 1961 beteiligte er sich an der Ausstellung "Neuer
Realismus" im Kunstpavillon München.

1978 wurde Alfred Leithäuser mit dem Von der Heydt-Preis seiner Heimatstadt
Wuppertal für sein Lebenswerk geehrt, "das sich in Übereinstimmung mit dem
Realismus der zwanziger Jahre in künstlerischer und menschlicher Eigenständigkeit
entwickelt und behauptet hat" (Zitat aus der Preisurkunde). Er lebte von 1953 bis zu
seinem Tod 1979 in Gauting. 1996 erhielt die Gemeinde Gauting seinen künstlerischen Nachlass.


Alfred Leithäuser: Links

Alfred Leithäuser in der Gemeinsamen Normdatei (GND)
Alfred Leithäuser in der Library of Congress


Stand der Informationen: Mai 2022
Zusammenstellung: Julia Reich, 2018-2022

Zur Webseite von Julia Reich: www.julia-reich.de